Ringvorlesung des Collegium generale: Der menschliche Körper – Vorstellungen und Grenzen

Unsterblich und vollkommen: Die Überwindung des Körpers in den Visionen des Posthumanismus

Mittwoch, 16.12.2026, 18:15 Uhr

Bild von Oliver Krüger

 

Veranstaltende: Collegium generale
Referierende: Prof. Dr. Oliver Krüger, Religionswissenschaft, ±«²Ô¾±±¹±ð°ù²õ¾±³Ùä³Ù Freiburg
Datum: 16.12.2026
Uhrzeit: 18:15 - 19:45 Uhr
Ort: Auditorium maximum, Raum 110
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Hochschulstrasse 4
3012 Bern
Anmeldung: Keine Anmeldung erforderlich
Merkmale: Ö´Ú´Ú±ð²Ô³Ù±ô¾±³¦³ó
kostenlos

Abstract

Der Traum von der Überwindung des menschlichen Körpers gehört zu den ältesten Motiven religiöser und philosophischer Imagination. Der Transhumanismus und der technologische Posthumanismus, die sich seit den 1970er Jahren entwickelten, versprechen nun in der Vision einer digitalen Unsterblichkeit alle Grenzen des biologischen Lebens zu überwinden. Allwissend, omnipräsent und unsterblich sollen Menschen eine virtuelle Existenz als Upload im Speicher eines Computers führen können. Der Preis ist allerdings die Überwindung der biologischen Menschheit selbst.

Im Zentrum des Vortrages steht die Frage, welches Menschenbild der posthumanistischen Überwindung des Körpers zugrunde liegt. Von Bedeutung ist ebenso, welche Utopien vom perfekten Körper entworfen werden, denn wenn auch der biologische Körper als obsolet betrachtet wird, so gilt dies nicht für die Körperlichkeit und ihre Begehren an sich. Anhand zentraler Positionen des Trans- und Posthumanismus wird gezeigt, dass die Vorstellung einer technisch erzeugten Unsterblichkeit keineswegs nur ein futuristisches Projekt darstellt. Sie greift vielmehr auf tief verankerte kulturelle Vorstellungen von Vollkommenheit, Arbeit und Wissen zurück, die seit der europäischen Aufklärung Gestalt annahmen.