Haut in der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Literatur
Mittwoch, 11.11.2026, 18:15 Uhr
| Veranstaltende: | Collegium generale |
|---|---|
| Referierende: | Dr. Nicole Nyffenegger, Englische Sprachen und Literaturen, ±«²Ô¾±±¹±ð°ù²õ¾±³Ùä³Ù Bern |
| Datum: | 11.11.2026 |
| Uhrzeit: | 18:15 - 19:45 Uhr |
| Ort: |
Auditorium maximum, Raum 110 ±á²¹³Ü±è³Ù²µ±ð²úä³Ü»å±ð Hochschulstrasse 4 3012 Bern |
| Anmeldung: | Keine Anmeldung erforderlich |
| Merkmale: |
Ö´Ú´Ú±ð²Ô³Ù±ô¾±³¦³ó kostenlos |
Abstract
Als sichtbare Oberfläche unseres Körpers scheint die Haut eine selbstverständliche Grenze zwischen uns und der Welt. Doch wie Haut gesehen und gedeutet wird, ist abhängig von Zeit, Ort und Kultur. Mittelalterliche und frühneuzeitliche Literatur kann deshalb als „ferner Spiegel“ unseren eigenen Blick auf die menschliche Haut schärfen.
Dieser Vortrag beleuchtet anhand von Beispielen aus der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen englischen Literatur, wie menschliche Haut gelesen und mit Bedeutung versehen wurde: Ein leuchtendes Mal auf der Schulter weist einen mittelalterlichen Helden als rechtmässigen Herrscher aus; Wunden und Narben werden bei Shakespeare zu narrativ konstruierten Zeichen von Heldentum; Tätowierungen erzählen Geschichten, die durch gegenläufige Erzählungen neu interpretiert werden können. Und in der mittelalterlichen Buchkultur verfliessen nicht selten die Grenzen zwischen Haut, Pergament und Text.
Die Beispiele zeigen, dass Haut nicht einfach Bedeutung trägt. Sie wird gelesen, beschrieben, überschrieben und mit Geschichten versehen, und diese Geschichten verändern wiederum die Lesart. Der Vortrag lädt damit dazu ein, Haut als eine historisch und kulturell wandelbare Körpergrenze zu betrachten.
